Artenvielfalt unter uns

 

Oft ist man der Meinung, dass sich Artenvielfalt „irgendwo da draußen in der Natur“ befindet. Durch diese Distanz wird man verunsichert, was man denn für Arten tun kann, die man vielleicht schützen will, aber sie noch nie zuvor bewusst erlebt hat. Im Projekt „Artenvielfalt unter uns“ bauen wir eine Brücke von draußen bis direkt vor einige burgenländische Haustüren.

Dafür werden 10 Schutzgüter (Tier- bzw. Pflanzenarten) des Burgenlandes zu Botschaftern, ihnen wird von unseren Zeichnern ein menschliches Gesicht verliehen, sodass man sich mit ihnen identifizieren kann. Der Alltag dieser Arten wird von ihnen aus ihrer Perspektive geschildert, wo sie leben, wie sie ihren Lebensraum verstehen, was sie fressen und wie sie sich fortpflanzen wird so vermenschlicht und erlaubt eine humorvolle Begegnung mit komischen Vögeln (Stieglitz und Wiedehopf), seltenen Säugetieren (Ährenmaus, Wimperfledermaus), gewitzten Insekten (Aurorafalter, Große Schiefkopfschrecke, Plattbauch) und prächtigen Pflanzen (Pannonien-Salzaster, Großer Wiesenknopf).

Der Alltag unserer Botschafter-Arten soll sich mit dem Alltag der Bevölkerung verbinden, daher werden verschiedene Materialien produziert und mit diesen einige Wochen lang ein Ort (Stadt, Gemeinde) bespielt. So trifft die Bevölkerung in ihrem Alltag, beim Einkaufen, Warten auf Arzttermine oder Gasthausbesuch auf die Arten, die von ihrem Alltag erzählen. Diese Erzählung findet auf vielen Wegen statt, Rubbellose, mit denen man ein T-Shirt gewinnen kann und Weindeckel, die Teil eines Spiels sind erhöhen den Abenteuer- bzw. Spaßfaktor. Durch die sanfte, aber merkliche Allgegenwärtigkeit kommen die Arten ins Gerede der Gemeinschaft und werden nachhaltig behandelt. Zusätzlich werden an Schulen Zeichen- bzw. Comicworkshops abgehalten, mit denen Kinder und Jugendliche ihre Perspektive zum Artenschutz spielerisch verschärfen bzw. hinterfragen können. Weitere Informationen werden auf digitalem Wege (in klassischen Medien und Social Media) verfügbar sein.

 

Diese vielfältigen Elemente wirken zusammen, um Interesse an der heimischen Artenvielfalt – insbesondere die durch die FFH-Richtlinie geschützten Arten – zu wecken. Durch das Verstehen des „Alltags“ der Arten wird das Schutzbedürfnis der Arten verständlich und die Motivation mehr Schutzräume für Arten zu erzeugen steigt. Schlussendlich wird das Interesse der Bevölkerung an vorhandenen Bildungsangeboten geweckt.