Ein ernster, heiterer Wirtshausabend

Insekten und Spinnen sind allgegenwärtig und haben im Laufe der Evolution spektakuläre Eigenschaften entwickelt: Sie können den Winter bei minus 20 Grad überstehen, ihre Eier in Holz einbohren oder sich trickreich davor schützen, gefressen zu werden.

Im Rahmen eines nicht alltäglichen Wirtshausabends erzählten Wolfgang Suske und Georg Derbuch, beides hochkarätige Kenner unserer Natur, in kurzweiliger Atmosphäre Geschichten über das Leben von Insekten und Spinnen vor unserer eigenen Haustür. Aber auch die Ursachen für den stetigen Rückgang dieser großen Tiergruppen und die Folgen für uns Menschen waren ein Thema.

 

Eine Aufzeichnung der Wirtshausshow Insekten-Leben gibt es auf der Projektseite www.ordentlich-schlampert.at.


EU Fitness Check für FFH- und Vogelschutzrichtlinie


Derzeit überprüft die Europäische Kommission die Vogelschutzrichtlinie von 1979 und die FFH Richtlinie von 1992 auf ihre Wirksamkeit. Auf diesen beiden Richtlinien beruht das unionsweite Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000, das viele Befürworter aber auch Kritiker hat.
Dementsprechend vielfältig sind die Erwartungen und Befürchtungen in diese Überprüfung, die auch Fitness Check genannt wird und im Rahmen des REFIT – Programms durchgeführt wird (REFIT steht für Regulatory Fitness and Performance).
Thema:natur hat hier die wichtigsten Argumente verschiedener Nutzergruppen zusammengestellt.


Naturschutzorganisationen

Von Seiten vieler nicht staatlicher und staatlicher Organisationen wird befürchtet, dass eine Überarbeitung der Richtlinien zu einer Aufweichung dieser führt. Vor allem der Arbeitsauftrag des Kommissionspräsidenten Jean-Claude Junckers an den neuen Umweltkommissar Karmenu Vella, nicht nur eine Überprüfung der Richtlinien durchzuführen, sondern explizit auch das „Potenzial einer Zusammenlegung und Entwicklung zu einem moderneren Stück Gesetzgebung“ zu prüfen bereiten Sorten. Denn dann würde ein Gesetzgebungsprozess nötig, in dem Lobbyisten der verschiedensten Gruppen aktiv Einfluss nehmen würden.
Befürchtet wird vor allem, dass bei einer Überarbeitung zukünftig wirtschaftliche Interessen leichter zu einer Aufweichung der Schutzvorgaben führen könnten.
Der NABU hat mit vielen Umweltverbänden die Kampagne Nature Alert geführt und in deren Rahmen über 500.000 Eingaben im Sinne einer Belassung der Richtlinien beim Konsultationsprozess erreicht.

Land- und Forstwirtschaft, Jagd

Aus Sicht der Land- und Forstwirtschaft ist eine Überarbeitung der Richtlinien dringend notwendig, um die Bewirtschaftung durch Bäuerinnen und Bauern aufrechterhalten zu können. Gefordert wird vor allem eine verbindliche Beteiligung betroffener Grundeigentümer, Nutzungsberechtigter und deren Interessensvertreter bei allen Stufen der Ausweisung von Natura 2000 Gebieten. Weiters soll eine allfällige Schutzgebietsentwicklung und –betreuung alleine auf Basis der bestehenden Bewirtschaftung durch die betroffenen Grundeigentümer oder Nutzer erfolgen. Über Antrag eines Grundeigentümers soll es zukünftig auch möglich sein, ein Schutzgebiet wieder zurück zu nehmen, wenn dieses nicht mehr geeignet ist, den Schutzzweck zu erfüllen. Es soll auch eine Anpassung der Richtlinien durch die Mitgliedsstaaten möglich sein, wenn geschütze Arten massiv zunehmen und das ökologische und wirtschaftliche Gleichgewicht stören. Link zu der Gesamtliste der Forderungen.


Das deutsche Aktionsbündnis Forum Natur hat die Forderungen der Land- und Forstwirtschaft aufbereitet und ebenfalls aufgerufen, sich am Konsultationsprozess zu beteiligen. Wie groß die Beteiligung war ist nicht bekannt.
Die oben beschriebenen Forderungen werden auch von Seiten der Jagdverbände unterstützt, die ebenfalls aufgerufen haben über das Aktionsbündnis Forum Land ihre Erfahrungen mitzuteilen.

Wirtschaft

Die Wirtschaft sieht im europäischen Naturschutzrecht keinen praktikablen Ansatz für einen kooperativen Naturschutz mit den Landnutzern. Deshalb fordern sie, dass der Naturschutz stärker dem Grundatz „Schutz und Nutzung“ Rechnung tragen muss und nicht ohne Berücksichtigung der wirtschaftlichen Interessen der Betroffenen umgesetzt werden kann.

Die Wirtschaftkammer Österreich hat auf ihrer Homepage einen Antwortvorschlag veröffentlicht der aus ihrer Sicht die Bedürfnisse und Positionen der UnternehmerInnen und der Wirtschaft mitberücksichtigt. Auch hier wird etwa die bessere Einbindung der Grundeigentümer bzw. der Nutzer beim Ausweisungsprozess gefordert. Auch sieht die Wirtschaftskammer wirtschaftliche und soziale Überlegungen nur unzureichend berücksichtigt. Gefordert wird auch, dass der Schutz von Arten außerhalb repräsentativer Lebensräume beseitigt wird und die Mittel bei der Umsetzung des Netzwerkes effizienter eingesetzt werden.

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